Texte strukturieren: Servieren Sie Häppchen

Am Anfang war alles nur ein Nebel. Ein dickflüssiges Meer, in dem alles weiss und still war. Eine Landschaft des Todes.

So beginnt der Krimi «Wallanders erster Fall» von Henning Mankell. Es folgen 426 Seiten Nervenkitzel und Spannung, gegliedert in fünf Kapitel, strukturiert lediglich durch längere und kürzere Abschnitte.

Ein Meer von Buchstaben und Wörtern, ein Textbandwurm, eine Bleiwüste.

Das funktioniert nur in einem Buch.

Für alle anderen Publikationen lautet die Devise: Teilen Sie Ihre Texte in überschaubare Häppchen auf!

Insbesondere im Internet werden Texte nicht Wort für Wort gelesen, sondern vielmehr «gescannt» – also kurz überflogen und auf relevante Infos geprüft. Aber auch Broschüren, journalistische Artikel, Briefe etc. lassen sich besser lesen, wenn die Texte ansprechend strukturiert und gegliedert sind.

Wie das geht, zeige ich Ihnen hier.

Die umgekehrte Pyramide

Starten Sie Ihren Text mit der Kernbotschaft und zeigen Sie Ihren Lesern sofort, um was es im Text geht. Weiter unter können Sie dann Details und Hintergründe ausführen.

In journalistischen Texten wird dem eigentlichen Artikel oft der Lead vorangestellt, eine kurze Zusammenfassung des Textes. Dieser Gedanke funktioniert auch bei anderen Textarten.

Aber Achtung: Verschiessen Sie nicht Ihr ganzes Pulver gleich zu Beginn. Ein gelungener Einstieg macht neugierig, den ganzen Text zu lesen.

Zwischenüberschriften

Strukturieren Sie Ihre Texte mit Zwischenüberschriften. Bei längeren Texten sollten diese hierarchisch gegliedert sein, bei kürzeren Texten gibt es allenfalls nur eine oder zwei Zwischenüberschriften.

Zwischenüberschriften teilen den Text in thematische Blöcke, er wirkt aufgeräumt und überschaubar.

Was gute Über- und Zwischenüberschriften ausmacht, zeigen diese zwei Artikel schön auf:

Allerdings: Wie Sie Ihre Zwischenüberschriften texten, hängt auch von Ihrer Zielgruppe, der Textsorte und Ihrem Stil ab. Meine Empfehlung: Probieren Sie aus, was für Sie funktioniert und setzen Sie nicht einfach Tipps um, die im Internet herumgeistern.

Absätze

Bei Mankell darf ein Absatz auch einmal eine Seite lang sein – bei allen anderen Texten sollten Sie sich auf einige Zeilen beschränken. Ein Absatz pro Gedanke ist eine gute Faustregel.

Im Internet sind kurze Absätze sinnvoll, denn hier strengt das Lesen die Augen sehr an.

Aufgepasst: Machen Sie nicht nach jedem Satz einen Absatz. Diese Unsitte gibt es, finde ich persönlich schrecklich. Variieren Sie die Länge der Absätze, um Ihrem Text einen angenehmen Rhythmus zu geben.

Listen und Aufzählungen

Besonders digital sind Aufzählungen mit Bulletpoints ein geeignetes Mittel, um Texte zu strukturieren. Denn sie erfreuen nicht nur das Auge des Lesers sondern auch die Suchmaschinen.

Aber auch in einer Broschüre helfen Aufzählungen, eine Vielzahl von Informationen übersichtlich zu präsentieren.

Auch bei Aufzählungen gilt: Weniger ist mehr. Machen Sie nicht nur Listen, auch «normale» Absätze müssen sein. Ihr Text soll nicht wie eine Einkaufsliste daherkommen.

Fazit: Gut strukturierte Texte werden lieber gelesen

Sie wollen, dass Ihre Texte gelesen werden. Wenn Sie Ihre Texte strukturieren, gelingt Ihnen das. Die Leser finden sich im Text zurecht und wissen, was sie erwartet. Gut strukturierte Texte machen es den Lesern leicht, den Text zu erfassen und zu verstehen.

Übrigens: Haben Sie bemerkt, dass ich mich in diesem Text nicht an meine eigenen Regeln halte? Ein kleiner Hinweis: Ich habe gleich zu Beginn des Textes alles falsch gemacht ;-).

Share your thoughts