Ein Onlinemagazin aufbauen: Das müssen Sie beachten

Es spricht viel dafür, als Unternehmen oder Organisation ein Onlinemagazin als Kommunikations- und Marketinginstrument zu nutzen. Zum Beispiel:

  • Sie erhalten mehr Reichweite und Sichtbarkeit
  • Sie «besetzen» ein Thema oder mehrere Themenbereiche (was wiederum auf das Branding einzahlt)
  • Sie gewinnen neue Fans, Interessierte und Kund*innen und binden bestehende näher an das Unternehmen oder die Organisation
  • Sie zeigen Expertise und Haltung
  • Sie treten in den Dialog mit ihren Zielgruppen

Ein Onlinemagazin ist dynamisch: Weniger schnelllebig als Social Media und dadurch besser planbar, aber gleichzeitig flexibler als ein Printprodukt.

Klingt wunderbar. Es gibt aber einen wichtigen Nachteil: Ein Onlinemagazin ist aufwändig. Sie brauchen genügend personelle und finanzielle Ressourcen, um ein es aufzubauen und zu betreiben. Und sie müssen sich entweder selber das nötige Wissen aneignen oder Leute beauftragen, die sich auskennen.

Wenn Sie das nicht abschreckt, lesen Sie weiter.

Ein Onlinemagazin konzipieren

Wenn Sie meinen Blog regelmässig lesen – was ich hoffe und Ihnen ans Herz lege – wissen Sie: Ich bin ein Fan von durchdachten Konzepten. Und bei einem Onlinemagazin ist ein Konzept Gold wert. Denn ein solches Projekt dürfen Sie nicht unterschätzen! Wie sagte meine Französischlehrerin am Gymi immer so schön:

Ein Onlinemagazin ist wie ein Haus – wenn das Fundament nicht stabil ist, dann stürzt es früher oder später ein.

(Sie sagte natürlich «die Sprache» und nicht «das Onlinemagazin», aber item).

Bevor Sie also mit dem Magazin (durch)starten, machen Sie sich Gedanken zu den folgenden Dingen:

  • Welche Zielgruppe sprechen wir an? Machen Sie Personas und überlegen Sie sich genau, was Ihre Zielgruppe beschäftigt.
  • Um welche Themen und Inhalte soll es gehen? Selbstverständlich sind es jene Themen, die Ihre Zielgruppe interessieren und zu Ihrem Angebot passen.
  • Wie strukturieren wir das Onlinemagazin? Definieren Sie die Seitenarchitektur, legen Sie Kategorien und Tags fest. Eine klare und übersichtliche Struktur hilft den Leser*innen, sich zurechtzufinden und macht Lust, im Onlinemagazin auf Entdeckungsreise zu gehen.
  • Wer bewirtschaftet das Onlinemagazin? Stellen Sie ein Team zusammen, bestehend aus Redaktionsleitung, Autor*innen, Fotograf*innen.

Da ich als Texterin den Fokus auf die redaktionellen Prozesse lege, sind dies meine wichtigsten Inputs. Aber natürlich braucht es noch mehr! Ohne Technik und Design geht nichts – legen Sie also fest, wer das Onlinemagazin gestaltet, wer es programmiert und sich um die Wartung kümmert. Und ja: Programmierer, Gestalter und Inhalts-/Textverantwortliche sollten eng zusammenarbeiten beim Konzept.

Ein Onlinemagazin starten

Wenn das Konzept steht, geht es an die Umsetzung. Dabei gehen Technik, Design und Inhalt im Idealfall Hand in Hand.

Die folgenden Vorbereitungen sollten nun getroffen werden:

  • Erstellen Sie einen Redaktionsplan, der später im laufenden Betrieb zum Einsatz kommt. Sie können dafür Tools wie Trello oder Scompler einsetzen. Im Redaktionsplan legen Sie fest, wann welcher Artikel erscheint, wer ihn schreibt, wer Bilder sucht/macht, wer lektoriert etc.
  • Bereiten Sie Sprachleitfäden, Autor*innen-Guidelines, Bildkonzepte etc. vor. Sie erleichtern später allen Beteiligten die Arbeit.
  • Erstellen Sie erste Beiträge (Tipps dazu gibt es unten). Ich empfehle, für den Start schon fünf bis zehn Beiträge parat zu haben.

Achtung: In der Vorbereitung gibt es viele Extrarunden. Man merkt, dass das CMS noch nicht alle Möglichkeiten für die Formatierung der Texte bereithält. Die Programmierung kann die gestalterischen und funktionalen Vorgaben nicht wie gewünscht umsetzen. Die Suche nach dem geeigneten Redaktionstool artet aus. Der Teufel liegt im Detail.

Ein Onlinemagazin bewirtschaften

Halleluja, das Onlinemagazin geht endlich dahin, wo es gemäss seinem Namen hingehört: ONLINE!

Und dann geht es erst richtig los. Das Onlinemagazin will nämlich dauernd gefüttert werden. Kein Wunder, bezeichnen manche Marketing- und Kommunikationsleute ihr Onlinemagazin auch als ihr Baby …

Achten Sie im laufenden Betrieb auf folgende Punkte:

  • Arbeiten Sie immer mit einem Redaktionsplan! Dieser stellt sicher, dass Ihr Magazin laufend neue Beiträge erhält. Im Zweifelsfall veröffentlichen Sie lieber seltener, dafür regelmässig, als zuerst ambitioniert laufend Artikel rauzuhauen und dann einzubrechen.
  • Sorgen Sie für eine hohe Qualität der Beiträge. Nicht jeder muss einen Preis gewinnen, aber Rechtschreibung und Stil der Texte sollten gut sein, Bilder professionell fotografiert sein und nicht aus den gängigen Stockphoto-Bibliotheken stammen. Jeder Beitrag verdient ein Lektorat. Respektieren Sie Nutzungs- und Urheberrechte sowie das Recht am Bild von allen Menschen (ja, auch Babys und Menschen, die wir in den Ferien fotografiert haben, haben dieses Recht).
  • Achten Sie auf eine gute Struktur der Texte. Machen Sie viele Abschnitte, setzen Sie Zwischentitel, arbeiten Sie mit Aufzählungen. Es ist ein ONLINEmagazin – am Bildschirm werden Texte anders gelesen als auf Papier.
  • Sorgen Sie für Mehrwert und Abwechslung. Die Leser*innen sollen etwas lernen, etwas mitnehmen, unterhalten werden, wenn sie das Onlinemagazin lesen. Richten Sie jeden Beitrag auf die Bedürfnisse der Zielgruppe aus und bleiben Sie Ihren Themen immer treu.
  • Vergessen Sie nicht, das Magazin und die Beiträge zu promoten. Sie wollen ja, dass Ihr Onlinemagazin gelesen wird. Teilen Sie Beiträge auf Social Media, erstellen Sie einen Newsletter, gehen Sie Kooperationen ein, netzwerken Sie.
  • Machen Sie regelmässige eine Retrospektive. Reflektieren Sie, was gut läuft, was eher nicht. Optimieren Sie Abläufe. Definieren Sie Dinge neu. Nutzen Sie Webanalytics, um die Performance des Onlinemagazin und einzelner Beiträge zu prüfen.

Hilfe beim Onlinemagazin

Darf ich Sie bei Ihrem Onlinemagazin unterstützen? Ich biete meine Hand in der Konzeption und im laufenden Betrieb, mit Ideen, Erfahrung, Texttalent. Schreiben Sie mir: hallo@abcwerk.ch


 

 

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