Ideen fürs Genossenschaftsmagazin

Die meisten Wohnbaugenossenschaften informieren ihre Mitglieder regelmässig über Entscheidungen, Aktivitäten und Entwicklungen. Während für die einen ein einfach gestaltetes Faltblatt mit kurzen Texten ausreichend ist, setzen andere auf umfangreiche, ansprechend bebilderte Magazine.

Ein Genossenschaftsmagazin ist eine gute Möglichkeit, die Mitglieder auf dem Laufenden zu halten und die Magazine werden meist gern gelesen. Sie helfen dabei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und sich mit der Genossenschaft zu identifizieren. Doch was soll in einem Magazin drinstehen? In diesem Beitrag finden Sie einige Ideen.

Loslegen – mit Ruhe und Konzept

Die Inhalte, die ich im Folgenden vorstelle, sind für umfangreiche Magazine genauso geeignet wie für einfache Infoblätter.

Wichtig ist es, als Herausgeberin Klarheit über die Inhalte zu haben, diese zu strukturieren und zu gewichten. Dabei helfen ein Redaktions- und Inhaltskonzept zum Start sowie eine gute Redaktionsplanung für das Tagesgeschäft.

Das Konzept legt unter anderem fest, wie die Inhalte über das Heft verteilt sind und wie sie in Rubriken strukturiert sind. Wenn Sie an den einzelnen Ausgaben des Magazins arbeiten, müssen Sie «nur» konkrete Artikelideen für die jeweiligen Rubriken finden und diese mit Inhalt (Text und Bild) füllen.

Menschen porträtieren

Menschen lieben Menschen! Wenn Sie im Magazin Personen vorstellen, dann werden diese Beiträge bestimmt gerne gelesen. Mit Porträts, Reportagen und Interviews zeigen Sie Menschen, die die Genossenschaft prägen und schaffen ein Gemeinschaftsgefühl.

  • Mitglieder: Zeigen Sie, wie vielfältig Ihre Genossenschaft ist. Spannend sind Bewohner*innen, die schon ewig in der Siedlung wohnen, einen aussergewöhnlichen Beruf ausüben, aus einem anderen Land stammen, die Wohnung aussergewöhnlich dekoriert hat, sich für etwas engagieren oder zu einem Thema viel wissen.
  • Mitarbeitende und Vorstand: Würdigen Sie eine Person, welche in Pension geht, begrüssen Sie Neuankömmlinge, stellen Sie den Hauswart und die Lehrtochter vor.
  • Lieferantinnen, Partner, Umfeld: Wer ist eigentlich der Inhaber der Pizzeria, von der alle im Quartier schwärmen? Welches Architekturbüro hat die Pläne für den Ersatzneubau gezeichnet? Und aus welcher Gärtnerei stammen die Bäume, die in der Siedlung gepflanzt wurden?

Eigene Projekte vorstellen

Die Mitglieder wollen wissen, was läuft. Je grösser die Genossenschaft, desto weniger kriegen die Bewohner*innen alles mit, was in den Siedlungen geschieht, auf der Geschäftsstelle organisiert und im Vorstand diskutiert wird. Zeigen Sie Ergebnisse, berichten Sie über laufende Entwicklungen und zeigen Sie Mitwirkungsmöglichkeiten auf. Mit Reportagen, Berichten, Interviews oder als Newsbeitrag.

  • Bauprojekte: Ob Ersatzneubau, Sanierung oder ein neugestalteter Hof – grössere und kleine Bauprojekte interessieren nicht nur jene, die direkt betroffen sind. Informieren Sie transparent über den gesamten Prozess oder legen Sie einen spezifischen Fokus.
  • Neue oder ergänzte Dokumente: Steht eine Statutenänderung an? Wird ein Vermietungsreglement erarbeitet? Informieren Sie die Mitglieder darüber. Zeigen Sie auf, wo Mitwirkung gefragt ist und wo deren Grenzen liegen.
  • Mitglieder-Initiativen: Die neuen Sitzecke im Innenhof, die Entsiegelung des Vorplatzes, der Velo-Flicktag – Siedlungskommissionen und Bewohner*innen stellen eine Menge auf die Beine. Erzählen Sie davon.

Über fremde Projekte informieren

Nicht nur das, was innerhalb der Genossenschaft und in den Siedlungen läuft, ist spannend. Auch das Umfeld, sei es im Quartier oder in der ganzen Gemeinde, beeinflusst das Leben in der Genossenschaft. Halten Sie die Mitglieder auf dem Laufenden. Das können ausführliche Artikel sein oder auch eine Seite mit kurzen Hinweisen.

  • Stadtentwicklung: Die umliegenden Strassenzüge sollen in einen Quartierblock verwandelt werden, der Platz in der Nachbarschaft wird neugestaltet, der Park muss saniert werden. Weisen Sie darauf hin.
  • Gewerbe und Kultur: Die Neubausiedlung um die Ecke ist fertig, ein Kino, ein Café und eine Kita sind eingezogen. Wichtige Infos für die Mitglieder.
  • Initiativen im Quartier: Die Kirche bietet einen neuen Chor für Senior*innen an, das Quartierzentrum einen Sommergrill für Familien.

Veranstaltungen – Vorschau und Rückblick

Zählt man alle Events zusammen, die in einer Genossenschaft stattfinden, reicht eine Hand meist nicht aus. Damit die Besucher*innen an die Veranstaltungen strömen und nicht tröpfeln, braucht es frühzeitige Hinweise. Und wenn ein Fest gelungen ist, warum nicht davon erzählen?

  • Agenda: In einem Kalender listen Sie die nächsten Veranstaltungen auf.
  • Vorschau: Weisen Sie auf GV, Infoveranstaltung und Events in den Siedlungen hin und sagen Sie den Leser*innen, was sie an den einzelnen Veranstaltungen erwartet.
  • Rückblick: Reportage, Erfahrungsbericht, Fotogalerie oder Essay – schauen Sie mit den Mitgliedern zusammen auf gelungene Treffen zurück.

Texte von Mitgliedern veröffentlichen

Meist wird ein «Gnossi-Magazin» auf der Geschäftsstelle geschrieben, von einer Kommunikationsfachperson oder anderen Mitarbeitenden. Manchmal schreiben auch Vorstandsmitglieder oder externe Autor*innen mit. Eine schöne Möglichkeit ist es auch, wenn Mitglieder einzelne Texte verfassen. Viele der oben genannten Inhalte eignen sich dafür.

  • Kolumnen und Essays: Mitglieder berichten aus ihrem Alltag in der Genossenschaft, denken über ein bestimmtes Thema nach oder schreiben eine Kurzgeschichte.
  • Berichte: Von Veranstaltungen erzählt es sich am leichtesten, wenn man selber dabei war oder an der Organisation beteiligt war.

Gestaltung und Lesbarkeit

Ein gutes Magazin überzeugt nicht nur durch Inhalte, sondern auch durch eine ansprechende Gestaltung. Ein klarer Aufbau mit wiederkehrenden Rubriken und gut lesbaren Schriftarten sorgt für Übersichtlichkeit. Bilder von Menschen, Gebäuden und Veranstaltungen machen das Magazin lebendig.

  • Kurze, gut strukturierte Texte: Lange Textblöcke schrecken ab. Arbeiten Sie mit Absätzen, Zwischenüberschriften und Aufzählungen. Texter*innen zeigen Ihnen gerne, wie Sie ansprechende Texte schreiben.
  • Ansprechendes Layout: Grosszügige Weissräume, harmonische Farben und ein professionelles Design machen das Magazin lesenswert. Lassen Sie sich von einem Profi helfen!
  • Fotos und Illustrationen: Bildmaterial lockert das Magazin auf und zieht die Aufmerksamkeit der Leser*innen auf sich. Erarbeiten Sie ein Bildkonzept und ziehen Sie professionelle Fotograf*innen hinzu.

Fazit

Ein Genossenschaftsmagazin kann weit mehr sein als eine reine Informationsquelle – es ist ein Bindeglied zwischen den Mitgliedern, fördert den Austausch und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Mit einer guten Mischung aus Information, Unterhaltung und Partizipation entsteht ein lebendiges Medium, das gern gelesen wird. Ein durchdachtes Konzept und eine regelmässige Planung helfen dabei, die Inhalte zielgerichtet und ansprechend aufzubereiten. So wird das Magazin zu einem echten Mehrwert für die Genossenschaft und ihre Mitglieder.


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