Das Jahr des Babys
Ich habe viel gelernt im ersten Jahr mit meinem Kind. Eine Auswahl.
Pastinaken. Ich weiss jetzt, dass es ein Gemüse namens Pastinaken gibt. Sieht aus wie eine Rübe und schmeckt wie ein Kürbis. (Bei der Gelegenheit via Umwege auch gelernt: Es gibt Topinambur und Portulak. Das sind auch Gemüse . Gemüsen. Gemüsee. Gemüsesorten.) Könnten in meinen Ohren auch kirgisische Nomadenvölker sein.
Ich komme mit viel weniger Schlaf aus, als ich dachte. Was der wenige Schlaf mit mir macht, ist eine andere Geschichte. Aaaaber: Ich lebe noch. Zumindest existiere ich.
Du kannst einem Kleinkind so viele Spielsachen kaufen wie du willst. Es wird mit deinem Schlüssel, deinem Handy, der Fernbedienung und deinen Schuhen spielen. Und einen feuchten Kehrricht auf deine Holzfigürchen geben.
Liebe und Hass liegen sehr, sehr nahe beieinander. Darf man als Mutter sein Kind hassen? Ja man darf. Man darf es nur nicht öffentlich sagen.
Es gibt keinen besseren Wingman als ein Baby. Vielleicht nicht im ursprünglichen Sinne von Barney Stinson (beim Männer-Aufreissen stellt so ein Mini-Me eher ein Hindernis dar), aber ich kam bislang nie mit so vielen Menschen ins Gespräch. Mein Liebling: Alte Frauen, die mir sagen, dass sie es so schön finden, dass ich beim Kind bleibe. «So viele Frauen gehen arbeiten heute.» So schlimm.
Kinder können immer und überall schlafen. Theoretisch. Mein Kind schläft nie dann und schon gar nicht dort, wo ich will.
Kinder sind Punks.
Es gibt nichts Schöneres als ein Kinderlachen. Ich würde ALLES dafür tun, dass mein Kind lacht.